Lebensart
Bevölkerung
Nur eine Minderheit der Marokkaner lebt heute noch im Stil der Nomaden. Die meisten Marokkaner sind sesshafte Bauern und haben sich vor allem in den Gebieten des Nordens und Nordwestens des Landes angesiedelt, vorzugsweise in Nähe der Küste. Im gesamten Land geht die Verstädterung langsamer voran als es in anderen afrikanischen Ländern der Fall ist, nur etwas über die Hälfte der marokkanischen Bevölkerung lebt in Städten. Das Volk setzt sich zum größten Teil aus Arabern und Berbern zusammen, auch einige Franzosen, Spanier, Italiener, sowie Tunesier und Algerier leben in Marokko. Insgesamt ist die Bevölkerung Marokkos sehr facettenreich und es vermischt sich hier islamische, arabische, europäische und afrikanische Lebensart. Dabei bekommt man als Besucher von elender Armut bis zu überbordendem Luxus so ziemlich alles zu sehen.
Kultur
Die Kultur Marokkos ist durch religiöse geistige Werte und eine arabische orientalische Lebensweise geprägt. Dies zeigt sich in der Architektur und spiegelt sich ebenfalls in der Lebensweise der Bewohner wider. Die Staatsreligion ist der Islam, und dieser verbietet bildhafte Darstellungen. Deshalb verwendete man beim Bau und bei der Verzierung von Moscheen und Minaretten die so typisch orientalischen Blumen-, Schrift-, Tropfstein- und Blattornamente. Marokko ist durch eine alte Stadtkultur geprägt und bei einem Besuch der Medinen, den Altstädten, fühlt man sich noch heutzutage sofort in das orientalische Mittelalter zurückversetzt. Schmiede, Schneider und Gerber verrichten ihre Arbeit wie vor hunderten von Jahren, Tiere werden durch die engen Gassen getrieben und auf den Märkten wird nach Kräften gefeilscht und gehandelt. Die Kultur der Berber lässt sich am besten in der Atlas-Region, im Mittleren und Hohen Atlas oder dem Rif-Gebirge erleben.
Feste
Der Islam ist die offizielle Religion Marokkos. Die wichtigsten religiösen Feste des Islams sind neben dem Fastenmonat Ramadan zum einen das Zuckerfest, welches das Ende der Fastenzeit markiert, zum anderen das bedeutendste der islamischen Feste – das Opferfest.
Während des Monats Ramadan sind zwischen Beginn der Morgendämmerung und Sonnenuntergang keinerlei leibliche Genüsse erlaubt. Dies beinhaltet unter anderem jegliche Art der Nahrungsaufnahme sowie das Rauchen. Auch die Verhaltensweise des Gläubigen ist dabei eingeschlossen, so darf besonders in dieser Zeit beispielsweise nicht gelogen, gestritten oder schlecht geredet werden. Von Reisenden wird nicht erwartet, dass sie sich ebenfalls an all diese Regeln halten. Jedoch sollte ein gewisser Grad des Respekts für die Religion und den Glauben der Bevölkerung im Speziellen zur Zeit des Ramadan unbedingt vorhanden sein. Während des Ramadan wird von der einheimischen Bevölkerung deutlich mehr an Lebensmitteln eingekauft, als gegessen werden kann. Das führt dazu, dass die Lebensmittelpreise in dieser Zeit häufig etwas ansteigen. Abgeschlossen wird der Ramadan durch das Zuckerfest, welches als Fest des Fastenbrechens gefeiert wird. Das Zuckerfest dauert zumeist drei Tage. Neben Moscheen- und Verwandschaftsbesuchen zeichnet sich das Fest vor allem durch den Genuss von süßen Speisen und Süßigkeiten aus. Die Frauen schmücken sich, und auch die Männer kleiden sich zu diesem Anlass besonders schön, das ganze Haus wird geputzt, gewienert und aufgeräumt.
Das Opferfest findet zum Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka statt. Es wird dabei dem Propheten Ibrahim gedacht, der die göttliche Probe bestand, indem er bereit war, seinen eigenen Sohn zu opfern. Diesem wurde jedoch rechtzeitig durch die Götter Einhalt geboten und so opferten Vater und Sohn stattdessen einträchtig und voller Dankbarkeit einen Widder. Im Allgemeinen wird heutzutage zu diesem Anlass von den Gläubigen ein Schaf geschlachtet, welches nicht nur im Kreise von Familie und Freunden, sondern auch mit Armen und Hungrigen, geteilt wird.
Damals & Heute
Marokko ist durch die Kultur der Berber geprägt, die noch immer einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen. Einst wurde die gesamte Küste Nordafrikas durch das kriegerische Reitervolk beherrscht. In Marokko hinterließen die Berber dabei die wohl tiefsten Spuren, es wird hier eine sehr spezielle Variante des Arabischen gesprochen. Auch eine Fülle kulturellen Reichtums brachten sie mit sich und über das Land. Trotz der Andersartigkeit und Exotik des Orients erleben Urlauber in Marokko keinen Kulturschock, denn das Land ist als ehemalige französische Kolonie ebenfalls gut mit europäischen Sitten und Gebräuchen vertraut. Reisende profitieren von dieser einzigartigen Kombination.
